Showcase-Festival
Projekte
Earth Tones
Earth Tones © Karl F. Degenhardt
21:10 | Konzertsaal
Earth Tones widmet sich der klanglichen Erforschung von Drones auf Streichinstrumenten und eröffnet damit einen ungewöhnlichen Zugang zu zeitgenössischer Klangkunst. Im Zentrum steht der Bordunton – ein anhaltender, obertonreicher Klang, der den musikalischen Fokus von Abfolge und Ereignisdichte hin zu Prozesshaftigkeit und klanglicher Feinmodellierung verschiebt. Während sich in der oberflächlichen Wahrnehmung nur allmählich Veränderungen abzeichnen, entsteht bei genauerem Hinhören eine dichte mikroskopische Struktur: Schwebungen, feine rhythmische Impulse und subtil modulierte Obertonfelder treten zunehmend hervor und formen eine eigenständige, konzentrierte Dramaturgie.
Die drei Musiker:innen Akiko Ahrendt, Emily Wittbrodt und Stefan Schönegg verbindet ein gemeinsames Interesse an zeitgenössischer Improvisation, experimentellen Spielweisen und einer bewusst reduzierten musikalischen Sprache. Earth Tones untersucht, wie kleinste Spielgesten große klangliche Wirkung entfalten können und wie die Wahrnehmung sich verschiebt, wenn Zeit gedehnt und Klang zum zentralen Akteur wird.
Ihre Zusammenarbeit begann in Performances im öffentlichen Raum – Situationen, in denen der Klang in unmitteligen Dialog mit Umgebung, Architektur und zufälligem Publikum trat. Diese frühen Experimente prägten die heutige Arbeitsweise des Trios: eine offene, hörende Haltung und ein feinsinniges Reagieren auf das, was im Moment entsteht. Auf der Bühne verdichtet sich diese Klangforschung zu einem konzentrierten, meditativen und zugleich dynamisch vibrierenden Hörerlebnis, das zwischen Neuer Musik, improvisierter Klangforschung und experimenteller Sound Art verortet ist – und das die Frage stellt, wie viel Bewegung in einem scheinbar unbewegten Klang steckt.
Akiko Arendt - violin
Emily Wittbrodt - cello
Stefan Schönegg - double bass