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Albumveröffentlichung: Fabian Dudek: Distant Skies, We Dream

24.05.2024 |

“Distant Skies, We Dream” bei Traumton Records erschienen

Nuanciert bis kraftvoll, immer äußerst aufmerksam im Zusammenspiel, eine Working-Band, die spürbar zusammengewachsen ist, ein dynamisches Spektrum von leisen bis leidenschaftlich eskalierenden Passagen, Kontraste und Verdichtungen - das ist das Quartett von Fabian Dudek.

2019 veröffentlichte Dudek mit Creating Meaning (Fixcel) das Debütalbum seines Quartetts, das Nachfolgealbum Isolated Flowers (Traumton) erschien 2022. Beide Produktionen und die Konzerte der Band stießen auf begeisterte Resonanz, letzteres wurde für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Nun präsentiert Dudeks Quartett auf „Distant Skies, We Dream“ neue Werke.

Das schon zuvor bemerkenswert hohe Niveau erfährt eine nochmalige Steigerung durch Dudeks ausgefuchste Kompositionen, deren rhythmische Raffinesse und Detailschärfe markante Zeichen in die zeitgenössische Jazz-Landschaft setzen. Und durch die Freiräume, die von seinen Mitmusikern ausgestaltet werden können und zum Improvisieren einladen, auf einem Terrain, das zweifellos weiter gesteckt ist als zuvor. Beispielsweise wenn Pianist Felix Hauptmann in seiner vierminütigen Einleitung zum Opus Magnum „The River Flows Everywhere“ die Ästhetik der klassischen Moderne anklingen lässt und später im gleichen Stück fast impressionistisch spielt. Die Musik lebe eben auch davon, dass man sich gegenseitig überraschen könne. „Dafür müssen die Stücke eine gewisse Offenheit, vielleicht auch Fragilität mitbringen, die Abzweigungen erlaubt.“

Das Album, dass im Rahmen der Konzertreihe „NICA live“ im JAKI aufgenommen wurde, erschien am 24. Mai 2024 bei Traumton Records.

Fabian Dudek Quartett “Clouds Infinite”

Was als Studioproduktion geplant war, wurde überraschend dann doch zu einem Live-Mitschnitt. „Wir hatten die Stücke in der Fattoria eingespielt und fanden die Ergebnisse eigentlich super“, erzählt Dudek. Zurück in Köln gab das Quartett im JAKI dann ein Konzert, „das eigentlich ein bisschen schwierig war. Umso mehr spielten wir alle ‚on fire‘ und der Gig entwickelte eine extrem starke Energie.“ Wegen der Intensität des Interplay wurde kurzerhand beschlossen, nur die Liveaufnahmen für die CD zu verwenden, obwohl das Klavier im Club nicht die Klangqualität des Studioflügels hat. „Ich suche und brauche manchmal auch ein bisschen Schmutz“, grinst Dudek, der neben Coltrane, Feldman, Ives und Sakamoto eben auch James Brown respektive Maceo Parker, Tom Waits und manchen Hiphop-Künstler schätzt.

„Für mich persönlich ist das Album ein Meilenstein, weil ich jetzt an einem Punkt bin, den ich länger angestrebt hatte“, fasst Fabian Dudek zufrieden zusammen. „Ich habe danach gesucht, eine Band zum Fließen zu bringen und gleichzeitig experimentelle Aspekte in die Musik zu integrieren. Das ist uns jetzt super gelungen und es macht extrem Spaß, die Stücke zu spielen.“

Bei aller emotionalen Kraft agiert die Band pointierter denn je, setzt kleinteilige Strukturen konsequent um und lässt ihre Expressivität gezielt aufbrausen. Erweiterungen der Klangfarbenpalette, vor allem durch David Helms E-Bass, aber auch von Synthesizer, Dudeks punktuell aufleuchtender Querflöte und seinem extrem variablen Ausdruck auf dem Saxofon, sind weitere Facetten der eindrucksvollen Entwicklung.

Line-up:

Fabian Dudek – alto-saxophone, flute, compositions
Felix Hauptmann – piano, synthesizer
David Helm – bass
Fabian Arends – drums

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Recording: Dirk Schmidt
Mixing & Mastering: Martin Ruch
Cover art and design: Benjamin Rueckert

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Das Album wurde auf CD veröffentlicht und ist auch digital verfügbar.