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Victor Fox
Victor Fox © Jakob Jaeger
Musik mit vielen Gesichtern: Zwischen Alter Ego und Avantgarde.
MF DOOMs des Saxophons? Der Vergleich funktioniert insofern, als Victor Fox wohl ähnlich viele Personas hat. Und dann ist da natürlich noch die Maske. Doch den Multiinstrumentalisten auf sein Bühnenoutfit zu reduzieren, wird ihm keinesfalls gerecht. Kaum greifbar bewegen sich seine Projekte in unterschiedlichsten Richtungen, sei es zeitgenössische Improvisation, Jazz, aber auch moderne populäre Musik.
In dem 26 Jahre jungen Musiker steckt beinahe eine Dekade an musikalischer Ausbildung, unter anderem an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Mal als Komponist, mal als Saxophonist, mal als Bassklarinettist oder alles zusammen findet man ihn in unterschiedlichsten Formationen und Projekten. Mit seinem Sextett brachte er Anfang des Jahres sein zweites Album PYTHON heraus. Über drei Jahre gewachsen, treffen darin dichte Kompositionen auf eine Musik, die ständig zwischen melancholischen, energetischen, fragilen und anarchischen Momenten kippt – zeitgenössischer Jazz ohne viel Raum für Stillstand. Für seine Solo- und weiteren Band-Projekte hat er sich ein Alter Ego zugelegt: BIG BREEEZY trägt eine maßgeschneiderte Maske, die dem Künstler erlaubt, in komplett neue musikalische Welten zu tauchen, inspiriert von Rap-Freestyle und Hip-Hop-Grooves. Mit seinen Band-Projekten MUMBLE MAFIA und BIG BREEEZY&The Toxic Twinz erforscht er die Grenzen des Saxophons und seiner Musik außerhalb etablierter Spielstätten für Jazz- und improvisierte Musik, und das nicht ohne den ein oder anderen Head-Bop-Moment.
Seine Projekte beweisen tiefe Auseinandersetzung mit Tradition und Einflüssen der Pionierarbeit von Miles Davis, John Coltrane und J Dilla. Dabei behält er den Blick aber auch stets auf Akteure, die den gegenwärtigen Sound prägen, etwa Playboi Carti oder Future. Daraus entsteht eine Musik, die historische Einflüsse nicht bloß zitiert, sondern mit zeitgenössischen Sounds, Formen und Perspektiven verbindet. Im Zentrum steht dabei die Suche nach neuen Verbindungen – zwischen Jazz und Hip-Hop, Improvisation und elektronischer Musik.