artists
Tabea Kind
Tabea Kind © Jennifer Rumbach
Der Kontrabass als Ausgangspunkt für neue Perspektiven.
Der Kontrabass ist ihr Instrument, aber nicht ihre Grenze. Tabea Kind bewegt sich zwischen Komposition, Performance, Bandleitung und Pädagogik und schlüpft dabei mühelos von einer Rolle in die nächste. Wo der Bass sonst gerne im Hintergrund bleibt, sucht die Künstlerin die Perspektive nach vorne: Sie interessiert sich für seine klanglichen Möglichkeiten ebenso wie für das, was passiert, wenn sie ihn hinter sich lässt.
Tabea Kind beweist die Vielseitigkeit einer Künstlerin, die sich nicht auf ein Instrument oder eine Rolle festlegen lässt. Die gebürtige Karlsruherin studierte in Freiburg und Basel und lebt heute in Köln, wo sie bis heute eng mit der deutschen und schweizerischen Musikszene verbunden ist. Als Kontrabassistin ist sie Teil verschiedenster Ensembles, darunter Ocell, RENNER und Aino Salto. Gleichzeitig arbeitet sie als Komponistin, leitet eigene Projekte und unterrichtet aktuell Kontrabass an der Hochschule für Musik in Freiburg.
Im Zentrum ihrer eigenen Arbeit steht ihr Trio mit Lucas Leidinger am Piano und Lucas Zibulski am Schlagzeug. Nach dem Debütalbum Fragments, das mit klanglicher Tiefe, emotionalem Ausdruck und Experimentierfreude überzeugte, erscheint im November 2026 das zweite Album Dialogue Poetry. Dafür komponiert Kind nicht nur sämtliche Stücke, sondern stellt ihre Musik gleich aus zwei Perspektiven vor: In der ersten Hälfte präsentiert Tabea Kind intime Soloaufnahmen am Klavier, teilweise mit eigener Stimme. Es sind jene Fassungen, wie sie in den Abendstunden in ihrer Kölner Wohnung entstanden sind. Erst danach werden sie im Triokontext hörbar – aus der persönlichen Skizze wird ein gemeinsamer Klangkörper.
Mit dem Perspektivwechsel macht Kind ihre Arbeitsweise sichtbar und zeigt, wie viel zwischen der ersten musikalischen Idee und dem fertigen Ensembleklang liegen kann. „Mit Blick auf die Zukunft möchte ich, dass meine Projekte sowohl die Schönheit des Basses als auch ein umfassenderes Verständnis von Musik widerspiegeln: interdisziplinär in der Herangehensweise und reflektierend im Wesen,“ so die Künstlerin über ihre Visionen.