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Parissa Charghi
Parissa Charghi © Niklas Hinterkeuser
Neue Verbindungen entstehen dort, wo wir Räume öffnen.
„Kuratieren ist die Kunst, Kontexte zu schaffen.“ Für Parissa Charghi bedeutet das, Musik nicht isoliert zu denken, sondern sie mit visueller Kultur, Storytelling und kulturellem Gedächtnis zu verweben. Mit ihrer Plattform HEAVY FEELINGS schafft die Kuratorin und Creative Director Räume für diese Verbindungen – jenseits von Genregrenzen und klassischen Veranstaltungsformaten.
Ihre Liebe zur Musik reicht bis in die Kindheit zurück: Aufgewachsen in einem persischen Haushalt, waren Familienfeiern mit Musik und Tanz für Parissa Charghi immer ein wichtiger Teil des sozialen Lebens. Ihre Verbindung zur Kölner freien Szene und zu verschiedenen Kollektiven reicht mittlerweile über 20 Jahre zurück. Als Creative Director und Designerin hat sie sich ein breites Netzwerk in der Musik- und Kulturszene aufgebaut, zwischendurch steht sie auch mal selbst an den Turntables.
Was ihr bislang fehlte, waren Räume, in denen kleinere und etablierte Künstler:innen, DJs, Produzent:innen und Musiker:innen selbstverständlich miteinander in Beziehung treten können. 2022 gründete sie daher ihr eigenes Format HEAVY FEELINGS. Seither hat sie die Plattform deutlich über den Clubraum hinaus entwickelt. Musik trifft auf visuelle Kultur, Film, Radio und Storytelling; auf unterschiedlichen Canvas – vom gedruckten Magazin bis zur Videoproduktion – werden Prozesse und Perspektiven dokumentiert. „Ich verstehe Kuratieren als die Praxis, Kontexte und Dokumentation zu schaffen, in denen Künstler:innen, Musiker:innen, Kulturschaffende und Publikum generations-, regional- und disziplinübergreifend zusammenkommen“, sagt Parissa Charghi.
Von der Kölner Jazzgeschichte bis zu den lokalen Hip-Hop- und Reggae-Subkulturen: Parissa Charghis musikalische Sozialisation ist eng mit unterschiedlichen Formen diasporischer Musikkultur verbunden – und reicht weit über die Stadt hinaus. HEAVY FEELINGS verortet sie als Teil einer Kölner Tradition, die von Migration, Bewegung und Experimentierfreude geprägt ist. Diese Geschichte möchte sie nicht nur bewahren, sondern weiterentwickeln: „Dabei ist mir besonders wichtig, Musik nicht aus ihren historischen, sozialen und politischen Zusammenhängen herauszulösen. Black classical music und die daraus hervorgegangenen diasporischen Musikkulturen zeigen für mich beispielhaft, wie musikalische Formen über Generationen weiterentwickelt, miteinander verbunden und immer wieder neu interpretiert werden.”
Für Parissa Charghi bedeutet das, bewusste Alternativen zu etablierten Strukturen aufzubauen. Mit HEAVY FEELINGS hat sie ein hybrides, wachsendes Konstrukt geschaffen, das künstlerischen Austausch und Partizipation nicht nur ermöglicht, sondern bedingt. „Community ist damit kein Zusatz zu HEAVY FEELINGS und auch kein Publikumskonzept, sondern ein wesentlicher Teil dieser Infrastruktur,” so Parissa Charghi. „Sie bündelt Fähigkeiten, schafft neue Möglichkeiten und hält die Bewegung offen.”