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Kateryna Kravchenko
Kateryna Kravchenko © Erik Mathias
Zwischen komponierten Geschichten und improvisierten Momenten.
Kateryna Kravchenko interessiert sich für das, was entsteht, wenn Musik auf Poesie, verschiedene Traditionen und offene Formen trifft. Ob im Duo, in eigenen Kompositionen oder in der Auseinandersetzung mit Gedichten und Folklore: Die Künstlerin sucht nach einer Musik, die Raum für Zwischentöne, Geschichten und spontane Begegnungen lässt.
In einer Kleinstadt im Südwesten der Ukraine geboren und aufgewachsen, begann Kateryna Kravchenko bereits mit vier Jahren Klavier zu spielen. Mit elf entdeckte sie ihre Liebe zum Gesang und wenig später zum Jazz. Nach ihrer Ausbildung in Odessa zog sie für ihr Studium nach Dresden, bevor sie 2024 nach Köln an die Hochschule für Musik und Tanz wechselte, um Jazzkomposition und Gesang zu studieren.
In ihrer Zusammenarbeit mit anderen Musiker:innen sucht sie nach neuen Formen des musikalischen und poetischen Dialogs. Gemeinsam mit dem Luxemburger Vibraphonisten und Komponisten Arthur Clees hat sie eine offene, organische Form des Zusammenspiels entwickelt. Das Duo verbindet Vibraphon und Stimme mit viel Raum für Improvisation und Experimentierfreude. Auf ihrem Debütalbum Faces inszeniert das Duo Texte internationaler Dichter:innen zu einem atmosphärischen und intimen Klangbild.
Die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft wurde dabei zu einem wichtigen Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Gemeinsam mit dem Bassisten Béla Bluche entstand das Projekt /inshi/, in dem sie ukrainische Folklore neu interpretiert. Traditionelle Lieder werden dabei nicht einfach bewahrt, sondern in bewegende, zeitgenössische Performances überführt. „Wenn ich diese Lieder singe, fühle ich mich geheilt“, so die Künstlerin. „Diese Musik nimmt mir ein Stück weit den Schmerz und lässt mich für einen Moment einfach diese Schönheit genießen.“
„Jede Performance und jede Begegnung mit der Musik ist für mich ein Highlight“, sagt Kateryna Kravchenko. Ihre Musik entsteht im Austausch – mit anderen Musiker:innen, mit Texten und Traditionen, aber auch mit dem Moment selbst. Zwischen komponierter Musik und Improvisation, Stimme und Instrument, persönlicher Erfahrung und neuen Interpretationen entstehen Räume für Unvorhergesehenes.